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29. September 2021

Ein festlicher Abend zum 75jährigen Bestehen des ISTE

Mitgliedsunternehmer: innen feiern mit viel Prominenz ihren Industrieverband

Es war einer jener Abende, an die man sich gerne erinnert und von denen man noch lange spricht: In der Alten Reithalle in Stuttgart feierten die Mitgliedsunternehmerinnen und -unternehmer des ISTE das 75jährige Bestehen ihres Industrieverbandes. Über 200 Gäste nahmen Platz in dem historischen Oval - nicht nur solche aus der Wirtschaft, sondern auch aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Gesellschaft. An der Spitze der prominenten Ehrengäste rangierten Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Landtagspräsidentin Muhterem Aras. Der Regierungschef brach in seiner Festansprache eine Lanze für die Zukunft heimischer Rohstoffgewinnung und würdigte die tragende Rolle mittelständischer Unternehmen, wie sie mehrheitlich im Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg vertreten sind und dessen besonderen Charakter ausmachen.

„Der ISTE ist wichtig für unser Land – und die Landesregierung arbeitet nun schon seit Jahrzehnten hervorragend mit ihm zusammen. Schließlich trägt die hiesige Rohstoff-Branche ganz erheblich zur Wertschöpfung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen bei“, so Ministerpräsident Kretschmann. „Ohne die Arbeit des ISTE wird es nicht gelingen, Ökologie und Ökonomie miteinander zu versöhnen. Wir brauchen ressourcenschonendes Wirtschaften und starke regionale Wirtschaftskreisläufe. Die nachhaltige Sicherung und Versorgung mit heimischen mineralischen Rohstoffen ist eine wichtige Zukunfts-Aufgabe. Und mit dem ISTE haben wir hierfür einen starken Partner.“

Freude und Erleichterung waren bei dieser Feier deutlich zu spüren. Freude über das Jubiläum, und Erleichterung, weil es endlich wieder möglich war, sich in einem solchen Rahmen persönlich zu begegnen - trotz geltender Coronabeschränkungen. ISTE-Präsident Peter Röhm begrüßte außer dem Ministerpräsidenten zahlreiche Politikerinnen und Politiker aus Bund und Land. Er freute sich besonders, im Rahmen dieser Jahreshauptversammlung des Industrieverbandes nach zehn Jahren erstmals wieder den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann als Ehrengast willkommen heißen zu können. Dieser hatte im Mai 2011 - eine Woche nach seiner Wahl zum Regierungschef - die Jahreshauptversammlung des ISTE besucht und mit diesem ersten Kontakt zur heimischen Wirtschaft als neuer Landesvater Signale gesetzt. „Das haben wir Ihnen nicht vergessen, und das werden wir Ihnen nicht vergessen“, sagte Peter Röhm.

Röhm blickte in seiner Ansprache auf ein dreiviertel Jahrhundert der Wirtschafts- und Arbeitgebervertretung der heimischen Rohstoffindustrie in Baden-Württemberg zurück: „Der heutige ISTE stellt das Ergebnis einer langen und nicht unkomplizierten Geschichte und Entwicklung innerhalb unserer Branche und damit auch innerhalb der baden-württembergischen Wirtschaft dar. Die heimische Rohstoffindustrie war Symbol einer starken und funktionierenden Wirtschaft. Die Menschen freuten sich über moderne Fernstraßen, Brücken und Gebäude. Niemand fragte damals nach den Folgen für Natur oder gar Klima. Es war einfach eine andere Zeit. Das ist heute ganz anders.“

Die Unternehmen der Rohstoffindustrie in Baden-Württemberg seien sich aber der heutigen klimapolitischen Aufgaben bewusst, sagte Röhm. „Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer in den rund 500 Betrieben, die im ISTE organisiert sind, sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den über 800 Werken in Baden-Württemberg – sie alle stellen sich diese Fragen, denn auch sie sind Teile unserer Gesellschaft. Unsere Branche versorgt Menschen mit den Rohstoffen, welche diese verlangen, beispielsweise, um mit ihnen zu bauen.“ Jede Wende, ob Energiewende, Mobilitätswende oder Wohnungswende, löse einen Baustoffbedarf aus. Röhm: „Wir sind nicht das Problem – wir sind Teil seiner Lösung.“

Wichtig für den Klimaschutz seien kurze Transportwege, wie sie nur dezentral über das Land verteilte Abbaustätten gewährleisten könnten. Wichtig seien aber auch möglichst hohe Recyclingquoten, die bereits heute über 90 Prozent lägen. Gemeinsam mit dem Landesverkehrsministerium arbeite die Branche daran, die Zementproduktion bis 2050 klimaneutral zu gestalten und gleichzeitig aus dem abgeschiedenen CO2 synthetische Kraftstoffe zu gewinnen. Röhm: „Wir alle haben die Zeichen der Zeit erkannt!“

Der ISTE-Präsident wies darauf hin, dass die im Verband organisierten Unternehmen bereits mit einer Vielzahl von Maßnahmen für Natur-, Arten- und Klimaschutz sorgten. Dazu arbeite man auch gerne und erfolgreich mit Naturschutzverbänden wie etwa dem NABU zusammen. Dies wurde dann auch deutlich im Rahmen des Festabends: amtierende und ehemalige Spitzenvertreter von ISTE, NABU und IG BAU feierten auf der Bühne fröhlich ihre seit über zwei Jahrzehnten bestehende Zusammenarbeit. Sie präsentierten ihr gemeinsames, immer wieder aktualisiertes Strategiepapier, welches die Bedeutung der heimischen Rohstoffindustrie für Natur- und Artenschutz, aber auch für die Wirtschaft und die Sicherung von Arbeitsplätzen zusammenfasst.

Durch den Abend führte der Kölner Entertainer und Filmemacher Søren Eiko Mielke – witzig, schlagfertig, originell. Er stellte filmisch Stationen des Industrieverbandes aus den vergangenen Jahrzehnten vor. Zusammen mit den Musikern des Johannes-Kramer-Trios und der ukrainischen Sandkünstlerin Nataliya Tarnay sorgte er für eine unvergessliche Show.

Einen ganz besonderen Beitrag steuerte schließlich der FDP-Europaabgeordnete Andreas Glück bei. Er betätigt sich als Hobbybildhauer, der aus großen Holzblöcken Tierskulpturen arbeitet - mittels Kettensäge und Lötlampe. In Stuttgart zeigte er, wie so kunstvoll eine hölzerne Eule entsteht. Diese eindrucksvolle Holzskulptur wurde schließlich versteigert und erbrachte den stolzen Betrag von 1500 Euro. Eine Summe, die der Aktion „Herzenssache“ zugutekommen wird.

Den Jubiläumsfilm des ISTE können Sie hier anschauen.

Die Sandmal Performance von Natalia Tarnay können Sie hier anschauen.