Öffentlichkeitsarbeit

»Zuhören, ins Gespräch kommen, Wissen vermitteln – das gehört zur Öffentlichkeitsarbeit. Der kontinuierliche Dialog mit verschiedensten Anspruchsgruppen ist wichtig. Nur so gelingt es, die Bedeutung und den Bedarf heimischer Rohstoffe zu erklären und Verständnis für unsere Industrie zu schaffen.«

Sabine Schädle, Holcim (Süddeutschland) GmbH
Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit


Dafür stehen wir:

Jeder Baden-Württemberger verbraucht statistisch gesehen pro Stunde zwei Hände voll mineralischer Rohstoffe. Das entspricht einem Kilogramm Natursteine, Sand und Kies, Gips, Kalk, Zement und andere Rohstoffe. Im Jahr sind dies 10 Tonnen, die pro Einwohner gewonnen werden.

Deutlich sichtbar sind Steine bei Gebäuden und Straßen: Über 80 Prozent der abgebauten Gesteine werden in der Bauindustrie verwendet. Wenig bekannt ist hingegen, dass zum Beispiel Kalk in der Zahnpasta steckt, zur Herstellung von Stahl und Zucker benötigt wird und als Trennmittel dafür sorgt, dass Toastbrotscheiben und Kaugummistreifen nicht aneinander kleben. Darüber hinaus sind mineralische Rohstoffe an der Herstellung von fast allen industriellen Produkten beteiligt.

Darüber informiert der ISTE mit verschiedenen Veröffentlichungen, Infomaterial und Pressemeldungen. Verwaltung und Fachöffentlichkeit können sich auf Fortbildungsveranstaltungen zu verschiedenen Themen informieren. Jährlich informiert der Verband auf rund 40 Veranstaltungen über vielfältige Themen.

Öffentlichkeitsarbeit ist keine Arbeit mit schnellen Erfolgen. Der ISTE legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit und Kontinuität. 

Unterrichtsmaterial für die Bürgerinnen und Bürger von morgen

Der ISTE bietet regelmäßige Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie für Erzieherinnen und Erzieher an. Zusammen mit Pädagogen und Geologen wurde der GeoKoffer entwickelt, der von den Schulen mit Begeisterung angenommen wird – 350 GeoKoffer sind inzwischen im Einsatz. 

Ausstellungen – Bau- und Rohstoffe vor Ort erleben

Ein weiterer Baustein sind Ausstellungen wie das Spiel- und Erlebnisgelände „steine im fluss“ in Konstanz, das gemeinsam mit dem Staatlichen Naturkundemuseum Stuttgart und dem Bodensee-Naturmuseum gestaltet wurde. Dort lernen seit über zehn Jahren Kinder mit ihren Lehrerinnen und Lehrern und Erzieherinnen und Erziehern spielerisch, wie spannend Geologie sein kann und wie rohstoffreich unser Land ist. 

Das „Klassenzimmer am See“ am Stuttgarter Max-Eyth-See, einem ehemaligen Baggersee, steht für Schulausflüge aus der ganzen Region zur Verfügung und wird von der Christoph-Sonntag-Stiphtung betrieben.

Auf dem Hausberg von Baden-Baden, dem Merkur, ist mit „Merkurs Würfel – eine geologische Zeitreise durch Baden-Baden“ ein weiterer Ausstellungs-schwerpunkt entstanden.

Veranstaltungen – Qualifizierte Weiterbildung und Austausch sind wichtig

Verbände verbinden: Deshalb führen wir zahlreiche Tagungen, Seminare, Workshops und Exkursionen durch. Gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden helfen wir, dass auf den Veranstaltungen neben Sachinformationen auch immer genügend Raum zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch besteht. 

Junioren im ISTE – Ich sammle täglich Erfahrung

Das „Junioren“- Angebot im ISTE richtet sich an junge Menschen, die häufig bereits Verantwortung in unseren Mitgliedsunternehmen tragen oder künftig maßgeblich in der Unternehmensleitung wirken sollen.

Dieser Zielgruppe bieten wir eine Plattform zu ungezwungenem Kennenlernen und Gedankenaustausch – zur Bildung und Pflege persönlicher Netzwerke in der Branche. Daneben versuchen wir stets, den Teilnehmern Eindrücke und Erfahrungen zu vermitteln, die ihnen anderswo nicht geboten werden, frei nach dem Motto: „Ich sammle täglich Erfahrung“ – ISTE eben.

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die jungen Unternehmer zu erleichtern, bieten wir immer wieder auch Aktionen an, die für die ganze Familie geeignet und interessant sind.

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Öffentlichkeitsarbeit – Entwicklungen und Aktivitäten

Politische Öffentlichkeitsarbeit   Zum Artikel

GeoMobil – das fahrbare Klassenzimmer   Zum Artikel

GeoKoffer informieren und schaffen Sympathie   Zum Artikel

Deutscher Wirtschaftsfilmpreis für „1 Kilogramm Steine pro Stunde“   Zum Artikel

ISTE auf Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn   Zum Artikel

Einweihung der größten schwimmenden Photovoltaikanlage Deutschlands   Zum Artikel

ISTE ist Partner des Staatlichen Museums für Naturkunde   Zum Artikel

ISTE-Junioren   Zum Artikel

67. Winterarbeitstagung des ISTE in Telfs   Zum Artikel


Politische Öffentlichkeitsarbeit

Der ISTE pflegte auch 2019/2020 seine politischen Kontakte bei zahlreichen Veranstaltungen mit Vertreter:innen verschiedener Parteien.

So hat der Verband die Einladung der CDU-Landtagsfraktion zum Sommerfest am 10.09.2019 im Stuttgarter Landtag sehr gerne angenommen. Aber auch auf der Landesdelegiertenkonferenz der Grünen und auf dem Landesparteitag der FDP war der ISTE vertreten. Am gemeinsamen Stand mit dem Branchenverband der Bauwirtschaft Baden-Württemberg wurde die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch bei einem Glas Wein des Kalkweinguts Istein von vielen genutzt. Dabei konnte nicht nur über das Motto „Rekultivierung schmeckt! Erst Stein, dann Wein“ diskutiert werden.  

Grundsätzlich ist der Dialog mit Vertreter:innen aus Politik und Medien dem ISTE ein großes Anliegen. Dazu gehört nicht nur die Verbreitung von Informationen rund um die Gewinnung und Verwendung von mineralischen Rohstoffen, sondern auch klare An- und Aussagen. Etwa die, dass es im Falle mineralischer Rohstoffe unrealistisch ist, auf sie verzichten und ihren Abbau einstellen zu wollen. Recycling kann nur etwa zehn Prozent aller benötigten Baustoffe ersetzen. Wenn unsere moderne und auch komfortgewohnte Gesellschaft erhalten werden soll, in der jeder angemessen Wohnraum bekommen oder innerhalb eines gut ausgebauten Verkehrswegenetzes unterwegs sein möchte, ist die nachhaltige Gewinnung von Primärrohstoffen unumgänglich.

Auch abseits von Parteitagen sucht der ISTE vor Ort die Begegnung und den Austausch. So waren z. B. die Grünen-Landtagsabgeordnete Nese Erikli und der damalige Staatssekretär im Stuttgarter Umweltministerium, Dr. Andre Baumann, zu einem Besuch im Kieswerk des ISTE-Mitgliedsunternehmens Meichle + Mohr in Radolfzell eingeladen. Dort konnten zusammen mit der Firmenleitung sowie mit interessierten Bürgern grundsätzliche und lokale Fragen der Kiesgewinnung in der Bodenseeregion diskutiert werden.

 

 

 

 

 

Gemeinsam mit der Bauwirtschaft trat der ISTE auf der politischen Bühne auf.
Ministerpräsident Winfried Kretsch-mann, CDU-Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL oder Landtagspräsidentin Muhterem Aras MdL sind gern gesehene Gäste am ISTE-Stand.

 

 

 

ISTE-Präsenz bei der Landesdelegiertenkonferenz der Grünen in Sindelfingen im Herbst 2019: Diskussion und Fotoshooting mit dem Bürgermeister von Maselheim Elmar Braun (links) sowie mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen Andreas Schwarz MdL (Mitte) und Thomas Hentschel MdL (Mitte und rechts)

 

 

Stellvertretender Hauptgeschäfts-führer des ISTE Heinz Sprenger mit der Generalsekretärin der baden-württem-bergischen FDP Judith Skudelny MdB (links) und ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger mit Markus Rösler MdL (Bündnis 90/Die Grünen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressesommerfest der CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag im September 2019

 

 

 

 

 

 

 

Einer der zahlreichen Dialogtermine des ISTE: Die Konstanzer Landtagsabgeordnete Nese Erikli und Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann (3.v.l) informieren sich beim Ehrenpräsident des ISTE, Dr. Rolf Mohr (4.v.l) über nachhaltige Rohstoffgewinnung und Artenschutz während des Abbaus.

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GeoMobil – das fahrbare Klassenzimmer

Die Gestaltung eines „GeoMobils“ geistert schon länger als Idee durch die Fluren und Köpfe des ISTE. Angelehnt an das Biosphärenmobil des NABU oder den Berufsausbildungsbus der Bauwirtschaft, soll es zukünftig auch ein Mobil geben, das die Themen des ISTE repräsentiert und einen Teil seiner Öffentlichkeitsarbeit bildet.

Entwickelt wurde nun das „GeoMobil“ – ein Anhänger, der bei Veranstaltungen, Tagen der offenen Tür, Landesparteitagen oder auch bei Informationsveranstaltungen für Bürger (z. B. in Kieswerken oder Steinbrüchen) eingesetzt werden kann. Da auch die Initiative KIWI, Kieswirtschaft im Dialog am Oberrhein, finanziell an seiner Produktion beteiligt ist, wird das Mobil auch als „KIWI-Mobil“ nutzbar sein.

Das Planungsteam aus Grafik-Designer Bernd Schuler, Umweltpädagogen Dr. Andreas Megerle sowie ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger und seinen beiden Mitarbeiterinnen Karina von Ostrowski und Anne Kraus erarbeitete ein Konzept, das die Anforderungen der Umweltbildung mit den Themen der Verbandsöffentlichkeitsarbeit vereint.

Natürlich wird der GeoKoffer mit an Bord des „GeoMobils“ sein, doch auch andere Materialien wie Hammer, Lupe, Taschenmikroskope und Bestimmungsbücher für Tierarten werden Teil der Sammlung und der praktischen Erfahrung vor Ort werden. Außerdem ist ein „Drehscheiben-Memory“ geplant, bei dem Bildpaare z. B. aus mineralischem Rohstoff und dessen Produkt oder aus einem Lebensraum im Steinbruch und zugehöriger Tierart gefunden werden müssen. Ein eingebauter Bildschirm kann für die Wissensvermittlung mit digitalen Medien oder für Präsentationen eingesetzt werden.  

Derzeit läuft die Detailplanung für das „GeoMobil“ zusammen mit einem Spezialisten für Anhängerbau. In Abstimmung mit dem Arbeitsausschuss Öffentlichkeitsarbeit soll das „GeoMobil“ Anfang 2021 in die Produktion gehen und für Veranstaltungen im nächsten Jahr einsatzbereit sein.

  

Der aktuelle Planungsstand des "GeoMobils" in geschlossener und geöffneter Variante mit "Drehscheiben-Memory". Das GeoMobil kann sowohl für ISTE- als auch für KIWI-Veranstaltungen eingesetzt werden.

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GeoKoffer informieren und schaffen Sympathie
Erfolgreich in der Schule

Das Interesse am GeoKoffer reißt nicht ab. Die Produktion der vierten Auflage war die richtige Entscheidung, denn seit Mitte 2018 spüren wir, dass die gute Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Geo- Koffer greift und die „Mund-zu-Mund Werbung“ funktioniert. Die Fachleiter Geographie melden sich verstärkt beim ISTE und wünschen sich den GeoKoffer für ihre Schule. Schon 440 GeoKoffer wurden an Schulen jeglicher Art verteilt. Der GeoKoffer – so erfährt man von vielen – mache den Schülerinnen und Schülern Spaß. Er vermittle ganz handfest theoretisches Wissen aus Erdgeschichte und Chemie, orientiere sich dabei aber an der Praxis und stelle immer wieder Bezüge zum Alltag her.

Beliebt bei Mitgliedern

Wir freuen uns ebenso über die ungebrochene Bereitschaft unserer Mitgliedsunternehmen in Sachen GeoKoffer-Sponsoring. Auch die Unternehmen sind sehr angetan von der zunehmend positiven Resonanz und sind nach wie vor motiviert, Bildungseinrichtungen einen GeoKoffer zu schenken. Zu den Übergaben laden wir weiterhin die Landespolitik und kommunalen Vertreter ein, um die Kommunikation der drei Partner zu fördern und auch der Öffentlichkeit einen anderen Blick auf die Unternehmen der Steine- und Erdenbranche vor der Haustür zu ermöglichen. Der GeoKoffer schafft so Situationen, von denen alle Beteiligten profitieren. Bei wichtigen Veranstaltungen mit ISTE-Präsenz steht immer gut sichtbar ein GeoKoffer bereit, um unsere Branche und unsere Bemühungen zu demonstrieren. Im vergangenen Jahr waren dies verschiedene Parteitage, Tage der offenen Tür und natürlich die internen Versammlungen des ISTE. Der GeoKoffer steht für eine lange und noch lang andauernde Erfolgsgeschichte...

Mehr Informationen zum GeoKoffer unter www.geokoffer.de. Anfragen bzgl. Erwerb oder GeoKoffer-Sponsoring können Sie an Karina von Ostrowski richten: ostrowski@iste.de

Die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia Felder und ISTE-Unternehmer Dr. Erwin Kern und Thorsten Volkmer von der Wilhelm Stürmlinger & Söhne GmbH & Co. KG übergeben einen GeoKoffer an die Hardtschule in Durmersheim.

Gymnasium Ochsenhausen im September 2019: Der Landtags-abgeordnete Thomas Dörflinger (CDU, Bildmitte) überreicht den von der Firma Max Wild GmbH gesponsorten GeoKoffer an Schüler:innen der 7b.

Jürgen Walter MdL (Bündnis 90/Die Grünen) und OB Dirk Schönberger begleiten die GeoKoffer-Übergabe an Mitglieder der Schülermitverant-wortung des Lise-Meitner-Gymnasiums in Remseck a. N. Finanziert wurde der Koffer vom lokal ansässigen Unternehmen Heinrich Krieger u. Söhne KG.

GeoKoffer-Übergabe am Nellenburg Gymnasium in Stockach mit der Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger (Bündnis 90/Die Grünen) und Unternehmer Andreas Drewing (Kieswerk Hardt GmbH & Co. KG): Schüler:innen der 6a präsentieren freudig das Anschauungsmaterial des GeoKoffers.

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Deutscher Wirtschaftsfilmpreis für „1 Kilogramm Steine pro Stunde“

Im letzten Jahresbericht 2018/2019 wurde in einem Exkurs bereits über das Making-of des Kurzfilms "1 Kilogramm Steine pro Stunde" berichtet. Im Oktober hat der Film den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis erhalten. Der witzige und informative Kurzfilm spielte sich an die Spitze in der Kategorie „Wirtschaft gut präsentiert“. Bundeswirtschaftsminister Altmaier zeichnet Regisseur Søren Eiko Mielke und sein Team im Berliner Kino International aus.

Hier ist ein „steiniges und staubiges“ Thema filmisch vorbildlich umgesetzt worden. Der in Köln lebende Entertainer und Regisseur Mielke war durch Deutschland gereist, hatte Bauten wie die Elbphilharmonie, den Kölner Dom oder die Allianz-Arena besucht und vor Ort in spontanen und witzigen Dialogen verdeutlicht, welche Rolle mineralische Rohstoffe in unser aller Leben spielen. Herausgekommen ist eine beeindruckende Zusammenschau, denn Steine, Kies und Sand begleiten die Menschen buchstäblich vom Taufstein bis zum Grabstein.

ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger, der bei der Preisverleihung in Berlin dabei war, freute sich ganz besonders mit dem Filmemacher. Beißwenger hatte Mielke vor sieben Jahren für den ISTE „entdeckt“ und ihn seitdem immer wieder in die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes integriert. „1 Kilogramm Steine pro Stunde“ ist dessen dritter Film zum Thema mineralische Rohstoffe. Während die beiden ersten Streifen „Merkurs Würfel“ und „Rockstars gesucht“ in Baden-Württemberg verortet sind, sind sowohl Inhalt als auch Spielplätze des dritten Films von bundesweiter Relevanz. Deshalb entstand dieser im Auftrag des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe MIRO. Hier habe man wieder erfolgreich die Landes- und die Bundesebene verknüpfen können, so Beißwenger.

Der Film feierte im Juli 2019 erste Kinopremiere im Cineplex in Baden-Baden. Die Geschäftsführer der KBI Kieswerk und Baustoff-Industrie Kern GmbH & Co. KG, Dr. Erwin Kern und Thorsten Volkmer, begrüßten bei Sektempfang und Popcorn zusammen mit ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger die geladenen Gäste. Zur Premiere waren neben Unternehmerkolleg:innen auch Kommunal- und Landespolitiker:innen gekommen, unter anderem Tobias Wald MdL. Beißwenger und Regisseur Søren Eiko Mielke erläuterten anschließend die Idee und die Entstehung des Films. Mineralische Rohstoffe seien unverzichtbar für unseren modernen Lebensstandard. Nur sei das den meisten Menschen nicht bewusst.

Inzwischen ist "1 Kilogramm Steine pro Stunde" auch in anderen Kinos als Vorfilm gelaufen. 

  

Bundeswirtschaftsminister Altmaier überreicht die Auszeichnung an Kameramann Jens Berthold, Susanne Funk, Søren Eiko Mielke und Schnittmeister Marcel Buckan.

Die beiden KBI-Geschäftsführer            Dr. Erwin Kern und Thorsten Volkmer, Tobias Wald MdL, Regisseur Søren Eiko Mielke, ISTE-Hauptgeschäfts-führer Thomas Beißwenger und der Stellvertretende Vorsitzende von KIWI-Süd Michael B. Knobel (KNOBEL Asphalt-Kies-Beton GmbH) bei der Premiere in Baden-Baden

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ISTE auf Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn

Der ISTE unterstützte das Projekt Beton(t) grün - wiederverwendbare Seminargebäude aus Beton auf der BUGA 2019 in Heilbronn. Der ganze Bau besteht aus modularen Betonplatten, die nach Ende der Bundesgartenschau vollständig abgebaut und an anderer Stelle wieder neu zusammengesteckt werden können.

In dem Seminarpavillon fand auch das Forum Zukunft grünes Bauen am 23.07.2019 zum Thema „Bauen mit heimischen Rohstoffen“ statt. Unter anderem wurde das in der Presse vielfach veröffentlichte Thema „Sandknappheit“ diskutiert.

In der Veranstaltung, die sich an Baufachleute, Planer und Vertreter:innen der öffentlichen Hand richtete, konnte aufgezeigt werden, dass der Sand in Deutschland aus geologischer Sicht keineswegs knapp wird. Einschränkungen gebe es vor allem infolge vielfältiger miteinander konkurrierender Raumnutzungen sowie naturschutzrechtlicher Einschränkungen, so Dr. Henrike Sievers von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe aus Hannover.

Im September 2019 wurde außerdem eine Fachexkursion zum Thema "Vom Steinbruch auf die BUGA – Einsatzgebiete heimischer Natursteine" organisiert. Nach der Besichtigung eines Muschelkalk-Steinbruchs der bmk Steinbruchbetriebe GmbH & Co. KG konnten die Teilnehmer:innen im Rahmen einer Führung die Einsatzgebiete des abgebauten Muschelkalks auf dem BUGA-Gelände entdecken.

Übrigens: der wiederverwendbare Seminarpavillon findet seinen neuen Platz bei der bekannten Mittelalterbaustelle "Campus Galli" in Meßkirch.



Der wiederverwendbare Seminarpavillon "Beton(t) grün" auf der BUGA 2019 in Heilbronn

Alter Pavillon neuer Standort: Der Umzug zum Standort Campus Galli in Meßkirch hat geklappt.

Exkursion zu den bmk Steinbruchbetrieben und Führung über die BUGA

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Einweihung der größten schwimmenden Photovoltaikanlage Deutschlands
Minister Franz Untersteller zu Gast bei der ISTE-Mitgliedsfirma Ossola

Am 5. Juli 2019 wurde im Kieswerk Maiwald in Renchen die größte schwimmende Photovoltaikanlage Deutschlands offiziell von Umweltminister Franz Untersteller eingeweiht. Die Anlage auf dem Wasser einer Kiesgewinnungsstätte wird vom ISTE- und KIWI-Mitgliedsunternehmen Ossola GmbH betrieben; errichtet wurde sie von der Erdgas Südwest GmbH als Generalunternehmer. Sie soll 800.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen und bis zu 70 % der im Kieswerk benötigten elektrischen Energie klimafreundlich liefern. So können 560 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Für die rund 150 am Oberrhein in Betrieb befindlichen Baggerseen gilt das Solarkraftwerk als Vorzeigeprojekt. Umweltminister Franz Untersteller zeichnete deshalb das Unternehmen als vorbildlich für die Energiewende und als „Ort voller Energie“ aus.

Rund 1 Mio. Euro hat Ossola in diese nur zwei Prozent der Seeoberfläche bedeckende Solarstromanlage investiert. Gerade bei der Kiesgewinnung ist Photovoltaik eine ideale Energiequelle, denn die sonnenreichen Monate sind gleichzeitig diejenigen, in denen am meisten Kies gewonnen wird. Und Großgeräte wie Bagger, Brecher und Förderbänder verbrauchen viel Strom.

Untersteller kritisierte die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze von 750 KW Leistung bei PV-Anlagen, bevor diese international ausgeschrieben werden müssen. Durch diese Begrenzung bleibt ein erhebliches Potential an möglichen Großanlagen ungenutzt.  Anlagen wie diese auf dem Maiwaldsee könnten deutlich zur Energiewende beitragen. Der Umweltminister kündigte ein Schreiben an den Bundeswirtschaftsminister an mit dem Ziel, diese Regelung zu überdenken.

Peter Röhm, Präsident des Industrieverbandes Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE), in dem der Arbeitskreis KIWI verankert ist, zitierte ein Motto von Ministerpräsident Kretschmann: „Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben!“ Solaranlagen an Rohstoffgewinnungsstätten seien keine neue Idee und viele ISTE-Mitgliedsunternehmen tragen durch eine solche Versorgung bereits zu Energiewende und Klimaschutz bei. Die Anlage zeigt, dass klimafreundliche Rohstoffgewinnung möglich ist. Dabei spielt auch die dezentrale Verteilung der Gewinnungsstätten über das Land eine wichtige Rolle, denn sie vermeidet lange Transportwege und daraus resultierende Emissionen.

Ralf Biehl, Geschäftsführer von Erdgas Südwest, wies auch darauf hin, dass im Gegensatz zu Freiflächenanlagen Installationen auf einem aktiven Baggersee mit keiner anderen Nutzung konkurrierten. Durch die Kühlung des Wassers sei im Vergleich zu Freiflächen- oder Dachanlagen sogar ein Mehrertrag von rund zehn Prozent zu erwarten. Sein Unternehmen sieht in solchen PV-Anlagen in Verbindung mit neuen Speichertechnologien ein enormes Potential.

Armin Ossola rechnet damit, dass sich seine PV-Anlage in etwa sieben Jahren amortisiert haben wird. Strom, den er nicht selber in seinem Werk verbraucht, wird ins öffentliche Netz eingespeist. Ziel von Ossola ist ein autarkes und vollständig klimaneutrales Kieswerk.

Umweltminister Franz Untersteller macht sich ein Bild von der größten schwimmenden Photovoltaikanlage Deutschlands auf dem Baggersee „Maiwald“. 2300 schwimmende Module sorgen für 750 Kilowatt Peak Sonnenstrom. Es ist die größte Anlage auf dem Wasser in Deutschland. Sie vermeidet pro Jahr 560 Tonnen CO2-Emissionen.

Umweltminister Franz Untersteller (r.) überreicht dem Unternehmer Armin Ossola (l.) die Plakette »Unser Land voller Energie«, mit der in Baden-Württemberg beispielhafte Projekte im Rahmen der Solar-Offensive ausgezeichnet werden.

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ISTE ist Partner des Staatlichen Museums für Naturkunde

Seit dem 01.01.2020 ist der ISTE ein offizieller Partner des Naturkundemuseums am Löwentor in Stuttgart. Das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS) kam 2019 auf den ISTE zu, um den Verband für ein Sponsoring der neu gestalteten Tertiärausstellung zu gewinnen. Schon in der Vergangenheit hatte der ISTE mit dem SMNS zusammengearbeitet wie z. B. bei der Konzeption der Sonderausstellung "steine im fluss" in Konstanz im Jahr 2000 oder der Förderung der Baubionik-Ausstellung 2017/2018 durch den ISTE.

Aus der Idee des Sponsorings entwickelte sich nach einigen Gesprächen der Gedanke einer längerfristigen Partnerschaft. Die wissenschaftliche Direktorin des Museums Frau Prof. Dr. Eder und ihr Team um PD Dr. Michael W. Rasser und Tobias Wilhelm stellten dem Arbeitsausschuss Öffentlichkeitsarbeit des ISTE das Projekt vor, dem der Ausschuss in seiner Herbstsitzung zustimmte.

Bei der neuen Tertiärausstellung kann der ISTE auch bei einem Filmbeitrag zum Thema Landschaftsentwicklung und Landschaftsnutzung mitwirken. Hierbei soll speziell auf die Nutzung von Lagerstätten und deren Renaturierung eingegangen werden.

Aber der ISTE unterstützt das SMNS nicht nur finanziell, sondern auch mit Kränen. Röhm Krane GmbH & Co. KG, ein Unternehmen von ISTE-Präsident Peter Röhm, stellte einen Kran zur Aufstellung von zwei 5 m langen, 3 m hohen und 600 kg schweren Gomphotherien zur Verfügung. Sie sind Nachbildungen von Riesen aus längst vergangener Zeit: Urzeitelefanten, wie sie im Erdzeitalter des Tertiärs einmal hier im Südwesten gelebt haben. Die Modelle haben ihr neues Zuhause nun im SMNS gefunden.

Prof. Dr. Johanna Eder und ihr Team, PD Dr. Michael W. Rasser und Tobias Wilhelm, stellen dem Arbeitsausschuss Öffentlichkeitsarbeit des ISTE das Partnerschaftsprojekt vor.

Vertreter des Staatlichen Museums für Naturkunde  und ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger bei der Aufstelllung der Urzeitelefanten

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ISTE-Junioren

Das „Junioren“- Angebot im ISTE richtet sich an junge Menschen, die bereits Verantwortung in unseren Mitgliedsunternehmen tragen oder künftig maßgeblich in der Unternehmensleitung wirken sollen. Dieser Zielgruppe bieten wir eine Plattform zu ungezwungenem Kennenlernen und Gedankenaustausch – zur Bildung und Pflege persönlicher Netzwerke in der Branche. Daneben versuchen wir stets, den Teilnehmern Eindrücke und Erfahrungen zu vermitteln, die ihnen anderswo nicht geboten werden, frei nach dem Motto: „Ich sammle täglich Erfahrung“ – ISTE eben.

Fachexkursion im Kiesabbaugebiet Tettnanger Wald

Im Juli 2019 fand eine eintägige Fachexkursion im Kiesabbaugebiet Tettnanger Wald der Firma Meichle + Mohr statt. Hierbei ging es um die Themen Planung, Genehmigung, Kiesgewinnung und Rekultivierung sowie die damit verbundenen Herausforderungen. Der anschließende nachmittägliche Segeltörn bildete den Abschluss dieses rundum gelungenen Exkursionstages.

Die Juniorenrunde im Kieswerk von Oliver Mohr, Geschäftsführer des ISTE-Mitgliedsunternehmens MEICHLE + MOHR im Tettnanger Wald

 

Fachexkursion nach Brüssel

Im November hatte der Verband zu einer zweitägigen Fachexkursion nach Brüssel eingeladen. Dort wurde ein interessantes Programm gemeinsam mit dem europäischen Gesteinsverband der UEPG (Union Européenne des Producteurs de Granulats) rund um die EU-Rohstoffwoche geboten. Neben der Preisverleihung „Sustainable Development Awards Ceremony 2019“ der UEPG, auf der ca. 200 Vertreter der Steine- und Erdenbranche aus ganz Europa vertreten waren, konnten die Teilnehmer auch die Landesvertretung von Baden-Württemberg in Brüssel und das Europaparlament besuchen.

Wo bitte geht's zum Europaparlament? ISTE-Junioren auf der Fachexkursion in Brüssel

Bei der Führung durch das Europaparlament durften Unternehmer Michael Krieger, UEPG Generalsekretär Dirk Fincke, UEPG Präsident Thilo Juchem, ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger, ISTE-Referentin Anne Kraus und Unternehmer Maximilian Kern (v.r.) im Sitzungssaal Platz nehmen.

Preisverleihung „Sustainable Development Awards Ceremony 2019“ der UEPG

 

Vorabendtreff auf der 67. WITA

Auf der 67. Winterarbeitstagung des ISTE im Januar 2020 in Telfs hatte der Industrieverband die Junioren zudem zu einem Vorabendtreff mit einem Impulsvortrag von Sarna Röser, der Bundesvorsitzenden des Wirschtschaftsverbands "Die Jungen Unternehmer", eingeladen.

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67. Winterarbeitstagung des ISTE in Telfs
Querdenken, Vordenken, Umdenken…

Drei Tage lang ging es bei der 67. Winterarbeitstagung der Steine- und Erdenindustrie um „Denken“ in seinen verschiedensten Facetten. 256 Unternehmerinnen und Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler, Verbandsvertreter und Partner der baden-württembergischen und der bayerischen Steine- und Erdenindustrie läuteten das neue Jahrzehnt vor den Toren Innsbrucks mit ihrer Fachtagung und ihrem variantenreichen Programm ein. Dazu hieß Hausherr Jan Liebherr die Teilnehmer:innen dieser WITA im Interalpen-Hotel in Telfs willkommen.

„Erst durch Ihr Zutun gewinnt die WITA an Gewicht und an Substanz!“ attestierte ISTE-Präsident Peter Röhm in seiner Begrüßung dem lauschenden Publikum. Sein bayerischer Amtskollege Georg Fetzer, neuer Präsident des Schwesterverbandes BIV, stimmte dem zu. Röhm und Fetzer machten aber auch klar, dass es immer schwieriger werde, die vielbegehrten Rohstoffe überhaupt zu gewinnen. Akzeptanzprobleme, eine überbordende Bürokratie und Ma ngel an bezahlbaren Grundstücken gehörten zu den gemeinsamen Problemen der Unternehmen.

Die Rohstoffbranche – unverzichtbar für die deutsche Wirtschaft

Um den Austausch zwischen Politik, Behörden, Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern, bietet die WITA schon seit Jahren eine Plattform für Vertreter:innen der verschiedenen Sparten. In diesem Jahr begrüßte die Branche den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß MdB. Er sprach über die aktuellen Herausforderungen der Rohstoffpolitik und forderte dazu auf, regional, national und europäisch zu denken. Die Rohstoffbranche sei unverzichtbar für die deutsche Wirtschaft, sagte er. Insbesondere heimische Rohstoffe seien wegen ihrer kurzen Transportwege klimafreundlicher als von weit her importierte Güter. Der Unionspolitiker beklagte die mangelnde Akzeptanz von Rohstoffgewinnung in der Öffentlichkeit. Da müsse die Politik Farbe bekennen und handeln. Er sprach sich auch klar gegen eine Rohstoffsteuer aus.

Bürokratie entschlacken

Ein Plädoyer für leichtere Firmengründungen hielt die Bundesvorsitzende des Wirtschaftsverbands „Die Jungen Unternehmer“, Sarna Röser. An die Politik appellierte sie, Genehmigungsverfahren, Berichtspflichten und Bürokratie zu entschlacken.

Trends und Entwicklungen in der Arbeitswelt

Die Zukunft der Arbeitswelt war Thema von Prof. Dr. Jutta Rump. Die Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE in Ludwigshafen beschrieb und analysierte die wichtigsten Trends der kommenden Jahre; demografische Entwicklungen und Digitalisierung spielen ihr zufolge dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmer müssten sich in Zukunft angesichts des sich abzeichnenden Personalmangels verstärkt fragen, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht.

Natürlich dürfen bei einer WITA auch technische Neuigkeiten und Entwicklungen nicht zu kurz kommen. In diesem Jahr standen dabei die Produkte des Hausherrn und Sponsors in Telfs im Mittelpunkt: Baumaschinen von Liebherr. Auf dem Firmengelände im Tal konnte sich jedermann von den Vorzügen der neuen Serien überzeugen. In seinem Vortrag ging Werner Seifried, Geschäftsführer Technik und Entwicklung der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH in Kirchdorf, der Frage nach, was Weltraumfahrzeuge und Baumaschinen gemeinsam haben.

Strategien für den Klimaschutz

Selbstverständlich durfte bei der diesjährigen WITA das aktuelle gesellschaftliche Hauptthema, der Klimaschutz, nicht ausgespart werden. Dazu präsentierten Ministerialdirektor Dr. Uwe Lahl aus dem baden-württembergischen Verkehrsministerium und Jürgen Thomann von der Schwenk Zement KG in Ulm die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie, welche sich mit der Frage beschäftigt, wie das bei der Zementproduktion anfallende CO2 zur Herstellung „grüner Kraftstoffe“ genutzt werden kann. Diese sogenannten „reFuels“ sind mittel- und langfristig unverzichtbar, um den Ausstoß an Treibhausgasen zu reduzieren.

Nachdenken über die Natur – und von ihr lernen

Was können wir von der Natur lernen? Auch in Telfs stand diese Frage im Raum- mit Antworten aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Prof. Dr. Franz Brümmer, Forscher am Institut für Biomaterialien und biomolekulare Systeme an der Universität Stuttgart, stellte neue Materialien und Ansätze aus der Bionik vor. Der Wissenschaftler und Taucher findet seine Beispiele in den Meeren dieser Welt.

Claus-Peter Hutter, Präsident der Umweltstiftung NatureLife-International und Leiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz in Stuttgart, forderte in seinem Zwischenruf einen Umweltschutz „mit und nicht gegen die Menschen“. Nachdenken – auch über einen richtig verstandenen Naturschutz – hieß Hutters Anliegen.

Massivbau und Holzbau – Gegner oder Verbündete?

Heutiges und künftiges Bauen bildeten einen Schwerpunkt dieser Winterarbeitstagung. „Wie viele Wohnungen werden wir künftig wo bauen müssen? Mit welchen Baustoffen werden wir sie bauen?“ 

Faktengrundlage mit Blick auf den Wohnbau bildeten die Referate von Matthias Günther vom Pestel-Institut in Hannover sowie von Steffen Klingler von der Beratungsgesellschaft KOP in Weinstadt. Günther blickte in eine von demografischen und sozialpolitischen Prognosen geprägte Zukunft, welche die hergebrachten Gewohnheiten durcheinanderbringen dürfte. Allein in Baden-Württemberg fehlen Günther zufolge 100.000 Wohnungen: „Der Markt wird es nicht richten! Da muss der Staat eingreifen.“

Steffen Klingler, Architekt und Städteplaner, zeigte an Projekten und Planungen, wie künftig Wohn- und Nichtwohngebäude aussehen könnten, die gleichzeitig klimapositive Energiezellen und Energiespeicher darstellen. Bauten der Zukunft müssten vernetzt werden und digital gesteuerte Sektoren wie Mobilität, Heizen, Kühlen und Energieerzeugen verknüpfen. Dabei schließen sich die Baustoffe Stein und Holz nicht aus.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hielt ein „Plädoyer für Pflichtbewusstsein“. Aus seiner kommunalpolitischen Praxis stellte er Initiativen und Vorschriften aus der Universitätsstadt vor, die durchaus umstritten waren und sind. Dazu gehört auch die Verpflichtung, neue Bauten mit PV-Anlagen auszurüsten. Oder die von ihm angeregte Pflicht, in Tübingen zum Bauen freigegebene Grundstücke auch wirklich zu bebauen. Und schließlich eine von ihm initiierte Holzbaupflicht.

Stoff genug für eine Diskussion mit Vertretern der angesprochenen Baustoffbranchen. Josef Schlosser, Präsident Holzbau Baden-Württemberg, Ulrich Nolting vom InformationsZentrum Beton und Dr. Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau erörterten durchaus kontrovers Vor- und Nachteile der jeweiligen Baustoffe und Bauweisen.

Trotz aller Differenzen kam man überein, dass die sozialen und klimatechnischen Herausforderungen der Zukunft im Wohnungsbau nur gemeinsam gelöst werden können – mit Holz und mineralischen Baustoffen.

Neues Netzwerk von Bau- und Baustoff-Industrie

In diesem Zusammenhang gab Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V., Einblicke in Hintergründe und Absichten eines neuen Netzwerkes von Bau- und Baustoff-Industrie mit dem Namen „solid UNIT“. Möller: „Wir haben nichts gegen den Holzbau, aber wir wollen auch nicht ausgegrenzt werden!“ Der Massivbau zeichne sich durch Innovation und Zukunftsfähigkeit aus. Senkung des Ressourcenverbrauchs, CO2-Einsparungen, Nutzung heimischer Rohstoffe zur Verringerung der Transporte und der damit verbundenen Emissionen, Erhöhung der Recyclingquote, kostengünstiges Bauen und städtebauliche Qualität – all das seien Themen, die das Netzwerk vermitteln wolle.

Deutschlands größte schwimmende Photovoltaikanlage

Um CO2-Einsparungen ging es auch Armin Ossola, Chef des gleichnamigen ISTE- und KIWI-Mitgliedsunternehmens und Ralf Biehl, Geschäftsführer der Erdgas Südwest GmbH. Sie berichteten über ein neues Solarkraftwerk - Deutschlands größte schwimmende Photovoltaikanlage. Seit dem vergangenen Jahr befindet diese sich auf dem Maiwaldsee bei Renchen. Ihre 2300 blau glänzenden Solarmodule vermeiden Nutzungskonkurrenzen mit Landwirtschaft oder Naturschutz. Die Anlage liefert Ossola inzwischen mehr als die Hälfte des von seinem Kieswerk benötigten Stroms – umwelt- und klimafreundlich. Sie erspart rechnerisch den Ausstoß von 560 Tonnen CO2 pro Jahr. Eine ökonomische und ökologische Erfolgsgeschichte.

Denken mithilfe künstlicher Intelligenz

Passend zum Generalthema „Denken“ brachte Dr. Sven Körner von der thingsThinking GmbH in Karlsruhe den Teilnehmern künstliche Intelligenz näher und bemühte sich, diese zu entmystifizieren. Körner plädierte vor den Unternehmerinnen und Unternehmern dafür, sich mit KI zu beschäftigen: „Deutschland darf den Anschluss nicht verlieren. Dass es uns hier so gut geht, ist kein Naturgesetz!“

Neues Bundesunternehmen Autobahn GmbH

Einen Blick in die nähere Zukunft warf Martin Friewald, Leiter des Stabes „Verbände/Organisation“ der Autobahn GmbH des Bundes. Ein Jahr vor dem Start des neuen, von Berlin aus gesteuerten Bundesunternehmens erläuterte er die Hintergründe seiner Entwicklung sowie dessen Ziele. Vom 1.1.2021 an würden 18.000 km Autobahn in Deutschland aus der Auftragsverwaltung der Länder genommen und voll in die Verantwortung des Bundes übergehen. Man erhoffe sich durch diese gravierende Umorganisation eine verbesserte Qualität der Straßen und der mit ihnen verbundenen Services. Von der Baustoffbranche und den Bauunternehmen wünsche man sich weiterhin gute Partnerschaften, so Friewald.

Öffentlichkeitsarbeit und Ausbildungskampagne

Zuletzt berichteten die ISTE-Referenten Anne Kraus und Arne Hilt über die Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit bzw. die Ausbildungskampagne. Beide Themen seien außerordentlich wichtig, betonte ISTE-Präsident Peter Röhm in seinem Schlusswort. Insgesamt habe diese „bunte und variantenreiche WITA“ wieder einmal gezeigt, wie aufgeschlossen und aktiv die Branche sei. Diesen Schwung gelte es weiter zu nutzen.

Einen Teilnehmerrekord konnte die diesjährige WITA verzeichnen: 256 angemeldete Teilnehmer:innen und deren Begleitpersonen

Produkte des Hausherrn und Sponsors in Telfs im Mittelpunkt: Baumaschinen von Liebherr

Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Bareiß MdB spricht über die aktuellen Herausforderungen in der Rohstoffpolitik.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer mit ISTE-Präsident Peter Röhm

Auch das gehört zur Winterarbeitstagung – Wohlergehen für Leib und Seele

Referentin und Referenten in Aktion    (v. l. n. r.): Prof. Dr. Jutta Rump, Thomas Möller, Werner Seifried, Dr. Uwe Lahl, Jürgen Thormann, Dr. Sven Körner, Prof. Dr. Franz Brümmer sowie Ralf Biehl und Armin Ossola

  Aufmerksam lauschendes Publikum im voll besetzten Saal

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