Öffentlichkeitsarbeit   

»Vertrauen entsteht nicht durch Kampagnen, sondern durch Gespräche. In unserer Öffentlichkeitsarbeit suchen wir daher auch den direkten Austausch mit Bürger:innen, Politik und Verwaltung – transparent, wiederholt und auf Augenhöhe.«

Sabine Schädle, Holcim (Süddeutschland) GmbH, Dotternhausen,
Vorsitzende des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit


Dafür stehen wir

Jeder von uns braucht statistisch gesehen pro Stunde zwei Hände voll mineralischer Rohstoffe. Das entspricht einem Kilogramm Natursteine, Sand und Kies, Gips, Kalk, Zement und anderen Roh-stoffen. Im Jahr sind dies zehn Tonnen, die pro Einwohner:in gewonnen werden.

Deutlich sichtbar sind Steine bei Gebäuden und Straßen: Über 80 Prozent der gewonnenen Gesteine werden in der Bauindustrie verwendet. Das Thema verlässliche und resiliente Infrastruktur gewinnt derzeit an gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Wenig bekannt ist hingegen, dass zum Beispiel Kalk in der Zahnpasta steckt oder zur Herstellung von Stahl und Zucker benötigt wird. Darüber hinaus sind mineralische Rohstoffe an der Herstellung von fast allen industriellen Produkten beteiligt.

Darüber informiert der ISTE mit verschiedenen Veröffentlichungen, Infomaterial und Pressemeldungen. Verwaltung und Fachöffentlichkeit können sich auf Fortbildungsveranstaltungen zu verschiedenen Themen weiterbilden. Jährlich informiert der Verband auf rund 40 Veranstaltungen über vielfältige Themen.

Öffentlichkeitsarbeit ist keine Arbeit mit schnellen Erfolgen. Der ISTE legt dabei großen Wert auf Nachhaltigkeit und Kontinuität.

Unterrichtsmaterial für die Bürger:innen von morgen

Der ISTE bietet regelmäßige Fortbildungen für Lehrkräfte sowie für Erziehende an. Zusammen mit Pädagoginnen und Geologen wurde der  GeoKoffer entwickelt, der von den Schulen mit Begeisterung angenommen wird – 450 GeoKoffer sind inzwischen im Einsatz. 

GeoMobil

In dem „mobilen Informationszentrum“ vereinen sich Kernbotschaften der Branche mit spielerischer Informationsvermittlung, die zum Austausch anregt. Mobilität und Flexibilität ziehen sich durch das ganze Konzept des GeoMobils. Verschiedenste Standorte, Veranstaltungskonzepte und Zielgruppen sind bespielbar. Hierzu dienen auch die enthaltenen Medien wie das GeoZuordnungsspiel, der GeoKoffer, verschiedenste Broschüren und Anschauungsmaterialien sowie ein Bildschirm, über den individuelle Inhalte abgespielt werden können. Das GeoMobil kann  mit und ohne Betreuung über den ISTE gebucht werden.

Veranstaltungen – qualifizierte Weiterbildung und Austausch sind wichtig

Verbände verbinden: Deshalb führen wir zahlreiche Tagungen, Seminare, Workshops und Exkursionen durch. Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden helfen wir, dass auf den Veranstaltungen neben Sachinformationen auch immer genügend Raum zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch besteht.

Bock auf Steine? Alle brauchen unsere Rohstoffe – wir brauchen dich!

Unter diesem Motto läuft die Ausbildungskampagne des ISTE, die über die vielfältigen Ausbildungsberufe der Steine- und Erdenindustrie informiert. Durch Infomaterial, Social Media und über Veranstaltungen verbinden wir so unsere Mitgliedsunternehmen mit den Schulen und den jungen Ausbildungssuchenden. Der ISTE organisiert jährlich einen Azubi-Tag für die  Azubis aus den Mitgliedsunternehmen.

Ausstellungen – Bau- und Rohstoffe vor Ort erleben

Das „Klassenzimmer am See“ am Stuttgarter Max-Eyth-See, einem ehemaligen Baggersee, steht für Schulausflüge aus der ganzen Region zur Verfügung und wird von der Christoph-Sonntag-Stiphtung betrieben.

Auf dem Hausberg von Baden-Baden, dem Merkur, kommen die Besuchenden mit „Merkurs Würfel – eine geologische Zeitreise durch Baden-Baden“ den Steinarten der Region näher. Insgesamt 15 Gesteinsarten sind in der Ausstellung vertreten.

Für eigene Firmenevents können die Mitgliedsunternehmen zudem Bauzaunbanner mit den wichtigsten Botschaften der Branche vom ISTE leihen oder bestellen. 

Der ISTE unterstützt und fördert ferner den Aufbau der karolingischen Klosterstadt „Campus Galli“ bei Meßkirch, das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart sowie das Schiefererlebnis Dormettingen. 

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Öffentlichkeitsarbeit – Entwicklungen und Aktivitäten

Politische Öffentlichkeitsarbeit   Zum Artikel

Geowissenschaftler:innen auf Exkursion durch Baden-Württemberg   Zum Artikel

KiWi Forum 2026 – Kies, Kröten und kleine Wunder   Zum Artikel

Azubi-Tag: Kieswerk, Kraftwerk, Staustufe   Zum Artikel

Steine Erden Akademie des ISTE   Zum Artikel


Politische Öffentlichkeitsarbeit

Ob Runde Tische, Parteitage, Werksbesuche oder individuelle Telefonate – der Austausch mit Politik und Verwaltung bleibt eine Hauptaufgabe des ISTE.

Die politische Öffentlichkeit ist ein wichtiges Standbein der Verbandsarbeit. Der ISTE hat die Landtagswahl 2026 intensiv verfolgt und aktiv begleitet.

Bei Einladungen zu Runden Tischen und Einzelgesprächen mit politischen Entscheidungsträgern hatten wir die Gelegenheit, aktuelle Themen und Herausforderungen zu diskutieren und die Interessen unserer Branche zu vertreten. Auch auf Parteitagen sind wir mit Informationsständen präsent und führen zahlreiche Gespräche.

Begleitete Werksbesuche bieten Politiker:innen die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von den Prozessen, Technologien und bürokratischen Herausforderungen zu machen. Diese Besuche fördern nicht nur den Informationsaustausch und den persönlichen Kontakt, sondern ermöglichen auch Einblicke, wie sich politische Rahmenbedingungen auf die Praxis auswirken.

Individueller Austausch mit Vertretungen der Verwaltung ergänzen diese Kontaktbasis.

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Geowissenschaftler:innen auf Exkursion durch Baden-Württemberg

Rohstoffe vor der Haustür – Studierende des KIT und der Universität Freiburg erkunden die heimische Rohstoffindustrie hautnah.

Dass die Grundstoffe unserer gebauten Welt – von Straßenbelag über Zement bis hin zu Industriemineralen – oft direkt vor unserer Haustür gewonnen werden, ist vielen nicht bewusst. Eine viertägige Exkursion durch Baden-Württemberg gab Geowissenschaftsstudierenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Freiburg die Gelegenheit, genau das zu erleben: Rohstoffgewinnung und -verarbeitung nicht aus dem Lehrbuch, sondern an Ort und Stelle.

Elf Stationen, ein breites Spektrum
Die Route führte zu elf Unternehmen der heimischen Rohstoffindustrie und deren Gewinnungsstellen – die insgesamt einen umfassenden Querschnitt durch die geologische Vielfalt Südwestdeutschlands abbilden.

Bei schönstem Sommerwetter ging es los zum Phonolith-Steinbruch von Hauri Mineralstoffwerke in Bötzingen über Baggersee und Kieswerk von Hermann Peter KG in Niederrimsingen bis zum Sandsteinbruch mit Sägewerk und Bildhauerwerkstatt von Nuvolin in Lahr-Kuhbach.

Ein besonderes Highlight der Woche: eine Sprengung im Porphyrsteinbruch der WIBO in Ottenhöfen live miterleben! Auch die Fluss- und Schwerspatgewinnung unter Tage von Sachtleben Bergbau in Oberwolfach war ein echtes Erlebnis für die Studierenden.  

Die zweite Hälfte der Woche war vor allem dem Kalkstein auf der Schwäbischen Alb gewidmet - von der Zementherstellung (Holcim in Mergelstetten und Schwenk in Allmendingen) über den hochreinen Kalk (Märker in Blaubeuren) bis zum Muschelkalk (Bau-Union in Zimmern) und schließlich dem Gips (Knauf in Deißlingen).

Den Abschluss bildete ein Besuch der historischen Gesteins-, Fossilien- und Mineraliensammlung der Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen – ein eindrucksvolles Zeugnis früher naturwissenschaftlicher Neugier und historischer Rohstoffnutzung im Schwarzwald.

Theorie trifft Praxis
Ziel war es, die Inhalte aus dem Studienbereich Georessourcen an konkreten Beispielen zu vertiefen und gleichzeitig Einblick in den Berufsalltag der Rohstoffbranche zu gewinnen. Gespräche mit erfahrenen Fachleuten vor Ort ermöglichten es den Studierenden, technische, wirtschaftliche und berufliche Fragen direkt zu diskutieren.

Ermöglicht wurde die Exkursion durch die Unterstützung des ISTE und der besuchten Unternehmen.

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KiWi Forum 2026 – Kies, Kröten und kleine Wunder

Beim KiWi Forum in Baden-Baden erfuhren 150 Dialogteilnehmende, wie die Kieswirtschaft Schlüsselbranche für Rohstoffsicherung, Energiewende und Biodiversität am Oberrhein fungiert.

Mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Naturschutz kamen am 14. April 2026 zum neunten Dialogforum der Initiative Kieswirtschaft am Oberrhein (KiWi) im Rantastic in Baden-Baden zusammen. Unter dem Motto „Kies, Kröten und kleine Wunder – Biodiversität und Baggerseen am Oberrhein“ wurde deutlich: Die Kieswirtschaft ist weit mehr als ein reiner Rohstofflieferant – sie ist ein unverzichtbarer Partner für eine nachhaltige Zukunft.
„Denn die Herausforderungen, vor die uns das aktuelle Zeitgeschehen stellt, sind tiefgreifend“, wie Thomas Peter, Vorsitzender von KiWi in seiner Eröffnungsrede betonte. „Es gilt die wichtigsten Rohstoffe zu sichern, gleichzeitig müssen erneuerbare Energien ausgebaut und nicht zuletzt unsere natürlichen Lebensgrundlagen geschützt und erhalten werden.“

Rund 150 Menschen kamen zum Dialogforum der Kieswirtschaft in Baden-Baden.

Rohstoffsicherung unter wachsendem Flächendruck

Die Nachfrage nach mineralischen Rohstoffen bleibt hoch – nicht zuletzt durch Infrastrukturprojekte, Wohnungsbau und die Energiewende. Gleichzeitig wächst der Druck auf verfügbare Flächen entlang des Oberrheins stetig. „Alles wächst nur die Fläche nicht“, wie Professor Dr. Matthias Proske, Direktor des Verbands Region Karlsruhe, in seinem Vortrag konstatierte.
Zahlreiche Nutzungsansprüche konkurrieren miteinander: Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft, Energiegewinnung, Rohstoffgewinnung und Naturschutz. Die Oberrheinregion bei Karlsruhe ist nicht nur eine stark wachsende Region mit hoher Einwohnerdichte, sondern verfügt auch über eine landschaftlich sehr reizvolle Umgebung mit hoher Nutzungsintensität. Als ‚Anwalt der Fläche‘ sorgt der Regionalverband dafür, dass Nutzungskonflikte gelöst werden.




Verbandsdirektor Dr. Matthias Proske berichtete, wie konkurrierende Flächennutzungen in der Region abgewogen und zusammengebracht werden.


Dabei wird häufig übersehen: Nur rund 0,2 % der Landesfläche in Baden-Württemberg werden tatsächlich für die Rohstoffgewinnung genutzt. Demgegenüber steht ein Landwirtschaftsanteil von fast 45 % und auch der Biotopanteil beträgt zukünftig 15%. Diese Relationen verdeutlichen, dass die Kieswirtschaft zwar sichtbar, aber flächenmäßig marginal ist – gleichzeitig jedoch eine zentrale Rolle für die regionale Versorgung in einer schnell wachsenden Region spielt.
Doch die Anzahl der Gewinnungsstätten sinkt drastisch und hat sich zwischen 1992 und 2011 von 62 auf 36 Standorte verringert. „Im Jahr 2045 werden es nur noch 21 Standorte sein“, so Thomas Peter. Da der Rohstoffbedarf in etwa gleichbleibt, müssen verbleibende Standorte ihre jährliche Förderung von 250.000 Tonnen pro Jahr fast verdoppeln. Doch weniger Standorte für Gewinnungsstätten führen bereits heute zu längeren Transportwegen – mit negativen Folgen für Klima und Kosten. Die Sicherung regionaler Rohstoffquellen ist daher ein entscheidender Beitrag zur Nachhaltigkeit und erfordert eine kluge Regionalplanung. Bestehende Standorte müssten erweitert und vier bis fünf neue Gewinnungsstätten, sogenannte Neuaufschlüsse, ermöglicht werden.

Kieswirtschaft als Partner der Energiewende

Ein zentrales Thema des Forums war die Rolle der Kieswirtschaft bei der Energiewende. Baggerseen, die durch die Rohstoffgewinnung entstehen, können in Zeiten knapper Flächen Teil der Lösung sein: Schwimmende Photovoltaik-Anlagen auf Baggerseen ermöglichen die Erzeugung erneuerbarer Energie, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln oder in Konkurrenz zu Landwirtschaft und Naturschutz zu treten. Dennoch steht dieser innovative Ansatz noch immer vor erheblichen regulatorischen Hürden. Starre gesetzliche Vorgaben – etwa zur maximalen Flächennutzung von nur 15 % oder 40 Meter Mindestabstand vom Ufer – sowie komplexe Genehmigungsverfahren bremsen die Umsetzung aus. Besonders frustrierend: Pilotprojekte in der Region zur wissenschaftlichen Untersuchung der Auswirkungen unterschiedlich großer PV-Anlagen auf Tiere und Pflanzen, wurden auf Bundesebene ausgebremst. „Völlig unverständlich, zumal auf der französischen Rheinseite, in nur 5 km Entfernung, der Baggersee bei Roppenheim/Roeschwoog mit einer schwimmenden PV-Anlage ausgestattet ist, die weit mehr als 15 % der Fläche bedeckt, und problemlos zu funktionieren scheint“, so Flächenplaner Proske.
Die Branche forderte die Politik auf, mehr Vertrauen in die unternehmerische Verantwortung zu haben, „denn auch Unternehmer wollen in einer gesunden Umwelt leben“, wie einer der Teilnehmer bemerkte. Es gilt die Überbürokratie abzubauen und praxisnahe gesetzliche Regelungen zu schaffen, die Innovationen zur Bewältigung der Energiewende ermöglichen, anstatt sie zu blockieren.


Johannes Enssle, NABU BW, sieht in der einzigartigen Beschaffenheit von Gewinnungsstätten ein großes Potenzial für den Artenschutz.

Gewinnungsstätten als Ersatzhabitate

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung von Gewinnungsstätten für den Natur- und Artenschutz. Johannes Enssle, Vorsitzender des NABU in Baden-Württemberg, betonte, dass Rohstoffgewinnung und Biodiversität kein Widerspruch sein müssen. Im Gegenteil: „Gut gemacht entstehen in Gewinnungsstätten neue, dynamische Lebensräume, die seltenen und bedrohten Arten wertvolle Rückzugsorte bieten“, erklärte der Experte. Das Konzept „Natur auf Zeit“, seit 2022 im Bundesnaturschutzgesetz verankert, ermöglicht solche temporären Lebensräume in Gewinnungsgebieten, ohne dass beim späteren Rückbau dauerhafte naturschutzrechtliche Verpflichtungen entstehen.
Gerade in stark veränderten Landschaften – etwa durch begradigte Flüsse oder intensive Landwirtschaft – gewinnen solche Ersatzhabitate an Bedeutung. Mit Wechselwasserzonen, Magerrasen und strukturreichen Flächen bieten Gewinnungsstätten Bedingungen, die vielerorts fehlen. Seltene Arten wie die Gelbbauchunke oder die Flussseeschwalbe finden hier geeignete Lebensräume. „Diese kleinräumige Vielfalt und Dynamik macht Gewinnungsflächen besonders wertvoll für den Artenschutz“, betonte Experte Enssle.

Auenwälder schützen – Gewinnungsstätten verlagern
Auch über den Schutz sensibler Ökosysteme, wie der Auenwälder, wurde gesprochen. Auenwälder sind nicht nur natürliche Klimaanlagen, sondern bilden auch einen natürlichen Hochwasserschutz und gelten als Hotspots der Artenvielfalt. „Was ihren Artenreichtum angeht, sind sie quasi die Amazonasregenwälder des Oberrheins“, erklärte Enssle. „Um die Dynamik der Auenwälder zu erhalten oder wieder herzustellen, wäre die Verlagerung des Kiesabbaus auf die Niederterrassen, der leicht erhöhten Ebene über der Aue, sehr wichtig.“
Ein erfolgreiches Beispiel für eine solche Maßnahme in der Region ist die Verlagerung der Kiesgrube Krieger Rheinau aus der Aue auf die Niederterrasse. Bei der Staustufe Iffezheim, wo Wald in der Aue abgebaggert wird, wird der Boden an anderer Stelle schichtgenau wieder aufgetragen, damit dort neuer Auenwald entstehen kann. Seltene Schmetterlinge, wie die Bläulinge, haben inzwischen in der stillgelegten Kiesgrube Peter in der Raststatter Rheinaue ihr Ersatzhabitat gefunden.

Heimische Helden retten: Artenschutz im Karlsruher Zoo

Ob Moorfrosch, Kiebitz oder Luchs – Professor Dr. Matthias Reinschmidt, Direktor des Zoo Karlsruhe, engagiert sich mit großem Einsatz für den Artenschutz. Im Rahmen zahlreicher Projekte gelingt es dem auch aus dem Fernsehen bekannten Zoologen immer wieder, bedrohte oder regional ausgestorbene Arten erfolgreich nachzuzüchten und auszuwildern. „200 Jahre war der Luchs aus unseren Breiten verschwunden, inzwischen ist er wieder da – das gibt Hoffnung“, betonte Reinschmidt in seinem Vortrag. Biodiversität sei kein „nice to have“, sondern eine zentrale Voraussetzung für unsere Zukunft. Sein Engagement reicht dabei weit über die Region hinaus: Mit der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe unterstützt er auch internationale Projekte, etwa zum Erhalt der Artenvielfalt in Ecuador. Für den weiteren Einsatz zum Schutz heimischer Arten am Oberrhein – darunter Kiebitz und Großer Brachvogel – erhielt Reinschmidt einen Spendenscheck über 5.000 Euro für die Artenschutzstiftung des Zoos, überreicht von Thomas Peter im Namen des KiWi-Vorstands.


Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt engagiert sich auch für heimischen Artenschutz – ein Anliegen, das die Kieswirtschaft mit einer Spende unterstützt.

Ein neues Gleichgewicht schaffen

Die Diskussionen des KiWi-Forums 2026 zeigen klar: Klimawandel, Rohstoffsicherung und Biodiversitätsverlust erfordern ein neues Gleichgewicht zwischen Nutzung und Bewahrung. Die 25 mittelständischen Unternehmen der Initiative Kieswirtschaft am Oberrhein übernehmen dabei Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Gewinnung über die Rekultivierung bis zur Nachnutzung. „Unser Ziel ist es, Räume zu schaffen: für wirtschaftliche Entwicklung, für erneuerbare Energien und für die Natur“, betonte Thomas Peter. Voraussetzung dafür sind jedoch klare politische Rahmenbedingungen: die Sicherung neuer Gewinnungsflächen, schnellere Genehmigungsverfahren, angepasste rechtliche Vorgaben – etwa im Wasserrecht – sowie eine stärkere Berücksichtigung regionaler Besonderheiten.
Die Veranstaltung machte erneut deutlich, wie sich wirtschaftliche Nutzung, ökologische Verantwortung und innovative Energiekonzepte verbinden lassen. Die Kieswirtschaft sieht sich dabei nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung.


Die Kieswirtschaft im Dialog möchte zeigen, dass sich wirtschaftliche Nutzung, ökologische Verantwortung und innovative Energiekonzepte verbinden lassen.

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Azubi-Tag: Kieswerk, Kraftwerk, Staustufe

125 Nachwuchskräfte erleben das Jahrhundertbauwerk Rhein-Staustufe Iffezheim mit Schleuse und Wasserkraftwerk

Beim Azubi‑Tag des ISTE am 19. Mai 2026 haben 125 Auszubildende aus Baden‑Württemberg in Iffezheim spannende Einblicke in die Bedeutung von Kiesgewinnung, Wasserkraft und moderner Infrastruktur erhalten. Unter dem Motto „Vom Kies zum Beton für Kraftwerke und Wasserstraßen“ besuchten sie das Kieswerk der IKE, die Rheinschleuse Iffezheim sowie das Wasserkraftwerk der EnBW, das größte Laufwasserkraftwerk Deutschlands.

Im Kieswerk erfuhren die jungen Mitarbeitenden, wie stündlich 300 Tonnen Sand und Kies gewonnen und in mehreren Körnungen sortiert werden. Besonderes Augenmerk lag auf der Auenrenaturierung, bei der auf rund 15 Hektar ein neuer Auenwald entsteht. Insgesamt sollen 30.000 Bäume gepflanzt werden – ein in Baden‑Württemberg nahezu einzigartiges Projekt, das wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere schafft.

An der Rheinschleuse lernten die Teilnehmenden, warum Kies für die Stabilisierung der Rheinsohle unverzichtbar ist. Mehrmals täglich wird weggeschwemmtes Material durch Kies aus dem Werk ersetzt, um die Fahrrinne für die Binnenschifffahrt zu sichern. Rund 30.000 Schiffe passieren jährlich die Schleuse und entlasten damit die Straßen um etwa eine Million Lkw‑Fahrten.

Im Wasserkraftwerk Iffezheim beeindruckten die fünf Kaplanturbinen, die mit elf Metern Fallhöhe und einer Leistung von 148 Megawatt erneuerbaren Strom erzeugen – genug für 250.000 Haushalte. Der 300 Meter lange Fischpass, durch den jährlich über 60.000 Fische wandern, zeigte den Azubis, wie technische Bauwerke und Naturschutz zusammenspielen.

Der Nachmittag bot beim Strandbad Sandweier Gelegenheit zu Austausch, Teamspielen und gemeinsamer Sommerstimmung. Mit dem inzwischen vierten Azubi‑Tag stärkt der ISTE die Bindung zu seinem Nachwuchs und zeigt die Vielfalt der über 15 Ausbildungsberufe der Steine‑ und Erdenindustrie – von technischen Tätigkeiten bis zu kaufmännischen Laufbahnen und dualen Studiengängen.

Mehr zur Ausbildungskampagne: www.bockaufsteine.de

Rund 125 Azubis aus der Steine- und Erdenbranche kamen nach Iffezheim, um Einblicke in große Infrastruktur zu gewinnen und einen ereignisreichen Ausflugstag zu erleben.

 

Das Wasserkraftwerk in Iffezheim ist ein komplexes System, das den geregelten Flusslauf und die Energiegewinnung managt.

Die Fahrt auf einer Klappschute, die Kies verlädt, war ein Highlight des Azubi-Tages.

Das Kieswerk der IKE gewinnt und verarbeitet den Rohstoff, der für den Bau großer Infrastrukturprojekte benötigt wird.

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Steine Erden Akademie des ISTE

Die Steine Erden Akademie (stea) ist eine Plattform des ISTE zum Austausch zu aktuellen Themen der Branche, insbesondere in den Bereichen Rohstoffsicherung, Umwelt, Technik und Öffentlichkeitsarbeit. Die Themen werden mit Hilfe virtueller Formate von Experten in Kurz-Vorträgen oder Online-Seminaren wie auch durch Präsenzveranstaltungen und Exkursionen vor Ort bereitgestellt. Als Bildungspartner möchte die stea Rohstoffbewusstsein in der Gesellschaft stärken und die Verwendung heimischer Rohstoffe mit dezentralen Strukturen und kurzen Transportwegen sowie den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen fördern.

Die stea bietet ein Seminarangebot mit hohem Praxisbezug, das laufend aktuelle Themen der Steine- und Erdenbranche bereitstellt. Durch den Aufbau von Seminarreihen zu ausgewählten Themen soll die Möglichkeit geboten werden, in regelmäßigen Abständen Grundlagenwissen zu vermitteln.

Veranstaltungen der stea im Berichtszeitraum:

08.07.2025        Online-Seminar Grundlagen Naturschutzrecht

09.07.2025        Exkursion Staudamm Kühtai, Österreich

14.07.2025        Generationswechsel-Lab, Stuttgart

21.07.2025        Generationswechsel-Lab, München

07.10.2025        Online-Seminar Energie-Update

14.10.2025        Online-Seminar Energiemärkte verstehen, Potentiale nutzen, Kosten senken

22.10.2025        Die Biodiversitätsdatenbank von Praktikern für Praktiker! - Teil I, Webinar

12.11.2025        Die Biodiversitätsdatenbank von Praktikern für Praktiker! - Teil II, Webinar           

19.11.2025        Online-Seminar Gefahrentarif 2025 der BG RCI

20.11.2025        Aufbauseminar Filme erstellen für die sozialen Medien, Ostfildern

03.12.2025        Online-Seminar Grundlagen Wasserrecht

10.12.2025        Online-Seminar Finanzierung - vom Bedarf zur Bewilligung/Praxisleitfaden für ISTE-Mitglieder

12.02.2026        Online-Seminar aktuelle Entwicklung im Arbeitsrecht - praxisrelevante Updates für Unternehmen

11.03.2026        Online- Seminar Rohstoffgewinnung und Immissionsschutzrecht

18.03.2026        Online-Seminar KI für Unternehmensprozesse

15.04.2026        Online-Seminar EU-Entgelttransparenzrichtlinie: Neue Pflichten 2026

08.05.2026        Workshop Kommunikation - Feedback geben und annehmen, Ostfildern

13.05.2026        Exkursion Renaturierung, Baden-Baden

16.06.2026        Online-Seminar aktuelle Themen und Rechtsfragen im Arbeitsrecht

18.06.2026        Online-Seminar Energiekosten und Energietechnik

13.07.2026        Workshop Resilienz stärken, Ostfildern

14.07.2026        Online-Seminar Was bringt die CSC-Zertifizierung - Aufwand und Nutzen

Weitere Infos auf der stea-Website.

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