Staatssekretär Burgbacher besucht die Steine- und Erden-Industrie in Baden-Württemberg
"Geodaten unterstützen die heimischen Rohstoffunternehmen"
(Emmingen-Liptingen/Tuttlingen, 15.11.2010) Leider sei in der Bevölkerung viel zu wenig bekannt, wie wichtig mineralische Rohstoffe für unsere Wirtschaft sind, betonte der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Ernst Burgbacher, MdB. Burgbacher besichtigte in seiner Funktion als Schirmherr der Geoinformationswirtschaft-Kommission (GIW-Kommission) den Jurakalksteinbruch in Emmingen-Liptingen. Mit Hilfe von Geoinformationen können Wirtschaftsstandorte und vor allem kleine und mittelständische Unternehmen gefördert werden - nicht nur in der Steine- und Erden-Industrie.
Die Kommission widmet sich der Vereinheitlichung von Lizenzen und dem Zugang zu staatlichen Geoinformationen für die Wirtschaft. Das Informationssystem „GisInfoService" ist eines der erfolgreichsten Leitprojekte in der GIW-Kommission.
Burgbacher informierte sich vor Ort über das Zusammenspiel des Unternehmensalltags mit Geodaten und dem Online-Geoinformationssystem der Rohstoffindustrie (www.GisInfoService.de).
Dr. Rolf Mohr, Geschäftsführer der Firma KWV Jura-Steinwerke führte durch die ganz reale Abbaustätte. Anschließend wurde im Landratsamt Tuttlingen ein Steinbruch in der „virtuellen" Geoinformationswelt gezeigt: Rohstoffvorkommen, Wasserschutzgebiete, Natur- und Landschaftsschutzgebiete, NATURA 2000 Gebiete sowie die Grundstücksverhältnisse vor Ort und die derzeitige Regionalplanung werden durch das Geoinformationssystem veranschaulicht. Denn um freie Flächen konkurrieren viele Interessen.
Geoinformationssysteme können auch die Bedeutung der Rohstoffsicherung deutlich zu machen. Thomas Beißwenger, Geschäftsführer im Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) rechnete vor, dass jeder Baden-Württemberger durchschnittlich pro Stunde ein Kilo benötigt. Dies sind jährlich rund zehn Tonnen Sand, Kies und Naturstein pro Kopf. Dieser kaum vorstellbare Bedarf kann nahezu vollständig in heimischen Abbaustätten gewonnen werden. Diese Rohstoffe zu sichern, ist eine wichtige Aufgabe.
Im Jahr 2005 wurde GisInfoService in Baden-Württemberg erstmals in Betrieb genommen. Seit 2010 ist das System als „Exportschlager" flächendeckend in ganz Deutschland verfügbar. Über 1.400 Rohstoffbetriebe nutzen das System in ihrer täglichen Praxis. Die überwiegend mittelständisch strukturierten Betriebe profitieren in erheblichem Maße von der Tätigkeit der GIW-Kommission.
