Geographielehrer informieren sich über Nassabbau und forstliche Rekultivierung
(Radolfzell - 05.07.2010) - Zwölf Lehrer beobachteten gespannt, wie der 20 Tonnen schwere Greifer des riesigen Schwimmbaggers im grünen Wasser verschwand, um kurz darauf mit großen Mengen Kies wieder aufzutauchen. Im Unterricht erklären die Pädagogen ihren Schülern, wie wichtig Rohstoffe sind, wie sie abgebaut und wozu sie verwendet werden. In der Kiesabbaustätte der Firma Meichle und Mohr GmbH in Radolfzell erlebten sie hautnah, wie mit einem einzigen Baggerbiss viele Kubikmeter Kies an die Oberfläche befördertet werden - einer der mineralischen Rohstoffe, von denen jeder Baden-Württemberger pro Stunde ungefähr ein Kilo benötigt. Dies sind jährlich rund 10 Tonnen an Sand, Kies und Naturstein pro Kopf. Dieser kaum vorstellbare Bedarf kann nahezu vollständig in heimischen Abbaustätten gewonnen werden.
Um das Thema Rohstoffe anschaulich zu vermitteln, organisierte der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem Verband Deutscher Schulgeographen e.V. eine Exkursion für Lehrer. Zu Beginn wurden die Teilnehmer über die Arbeit der Regionalverbände im Bereich Rohstoffsicherung und über den Ablauf von Genehmigungsverfahren am Beispiel des Nassabbaus in Radolfzell informiert.
Nach der Besichtigung der Abbaustätte zeigten Thilo Tollkühn vom Ingenieurbüro Flickinger und Tollkühn und Thomas Körner vom Naturschutzbund Überlingen, dass nach dem Rohstoffabbau keine „Wunden" in der Landschaft übrig bleiben. So entstand rund um das Werk in Radolfzell in kurzer Zeit ein neuer Wald. Die Nachnutzungsmöglichkeiten sind vielfältig und nachhaltig. Neben der forstlichen Rekultivierung können zum Beispiel Erholungsgebiete entstehen. Aber auch ohne Rekultivierungsmaßnahmen bieten ehemalige Steinbrüche, Kiesgruben und Baggerseen einen wichtigen Lebensraum für viele seltene und gefährdete Arten.
