(Ostfildern, 03.02.2011) Kaum jemand weiß, wie viele selten gewordene Arten in Steinbrüche, Kiesgruben und Baggerseen optimale Lebensbedingungen vorfinden. Pflanzen wie Orchideen und Tiere wie die Gelbbauchunke oder die Schnarrschrecken fühlen sich dort wohl, wo mit schweren Geräten und Schwimmbaggern Steine, Kies und Sand abgebaut werden.
Von diesen mineralischen Rohstoffen benötigt jeder Baden-Württemberger pro Stunde ungefähr ein Kilo benötigt. Dies sind jährlich rund 10 Tonnen an Sand, Kies und Naturstein pro Kopf. Dieser kaum vorstellbare Bedarf kann nahezu vollständig in heimischen Abbaustätten gewonnen werden.
Rekultivierung und Renaturierung
Die benötigten Flächen sind nach dem Abbau nicht für Mensch und Tier verloren. Im Gegenteil. Früher wurden sie "rekultiviert" und land- und forstwirtschaftlich genutzt. Oder ehemalige Baggerseen dienen als Naherholungsgebiet.
Heute wird häufiger renaturiert als rekultiviert. Die Natur erobert sich das Gebiet zurück - ganz ohne Zutun des Menschen.
Der Film des ZDF-Journalisten Hans Mahrholdt führt den Zuschauer in diese faszinierenden Naturräume. Er zeigt den artenreichen Jungwald im Steinbruch Schelklingen, in der Kiesabbaustätte in Steißlingen. Im Schotterwerk Kirchen bei Munderkingen beobachtet der Naturschutzbund Baden-Württemberg (NABU) Uhus, die in den Felswänden ihre Bruthöhlen eingerichtet haben und ihre Jungtiere aufziehen.
Der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) wird eine Biodiversitätsdatenbank im Internet erarbeiten, die über die Artenvielfalt in den Abbaustätten im Land informiert. Diese Dokumentation ist bundesweit einmalig.
Der Film „Lebensraum Steinbruch" ist in der ZDF-Mediathek zwölf Monate verfügbar.
