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ISTE-Präsident Peter Röhm

Jahreshauptversammlung des ISTE in Konstanz

Steine- und Erden-Branche sorgt sich um langfristige Rohstoffsicherung

Verbandspolitische Harmonie und die Sorge um langfristige Abbaumöglichkeiten mineralischer Rohstoffe im Land bestimmten die diesjährige Hauptversammlung des Industrieverbandes Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) in Konstanz. Der Unternehmerverband formulierte seine Sorgen klar gegenüber seinem Ehrengast, der Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Die rund 140 Unternehmer bestätigten einstimmig die bisherige Führung in ihren Ämtern.

„Der Steine- und Erden-Branche in Baden-Württemberg geht es gut!" Sichtlich zufrieden konnte der wiedergewählte ISTE-Präsident Peter Röhm diese Aussage treffen. Die Auftragsbücher seien voll, die Betriebe ausgelastet und die zahlreichen Baustellen belebt. Im Wohnungsbau, aber auch im Infrastrukturbau gehe es voran. Das sei nach Jahren knapper Kassen und politischen Zögerns auch nötig gewesen. Allerdings sei das nicht selbstverständlich.

Damit diese Entwicklung auch andauere, müsse man vorsorgen, so Röhm. Er sehe das Zukunftsproblem weniger bei den Finanzen, sondern bei der Rohstoffsicherung. Es sei künftig keineswegs mehr gesagt, dass die Produkte der Steine und Erdenindustrie auch wirklich dort abgebaut werden können, wo es eigentlich nach Rechtslage möglich wäre. Im Lande gebe es eine Reihe von entsprechenden Brennpunkten.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und Baden-Württemberg

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut machte deutlich, dass sie diese Herausforderung kenne. Sie sprach das Thema „Raumordnung und Rohstoffsicherung" an. Künftig könnten Festlegungen zur Rohstoffsicherung für Sicherungsgebiete auf rund 25 Jahre anstatt wie bisher auf rund 20 Jahre ausgelegt werden. Damit werde eine noch langfristigere Rohstoffvorsorge für die Bauwirtschaft mit regionalen und heimischen Baurohstoffen möglich.  Allerdings seien vielfach auch Kompromisse nötig. Nicht immer könne der gewünschte Standort auch realisiert werden. Die Landesregierung arbeite aber an einer nachhaltigen Rohstoffstrategie, die den sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten Rechnung trage.

Einen weiteren Themenschwerpunkt sprach die Ministerin an: Die Herausforderungen des Wohnungsbaus, der landesweit zwar deutlich zugelegt habe, aber immer noch nicht den realen Bedarf decke. In einer Zwischenbilanz ihres Ressorts thematisierte sie besonders die Digitalisierung und deren Herausforderungen. Auch für eine klassische Branche wie die Steine- und Erden-Industrie sei Digitalisierung ein wichtiges Zukunftsthema, das nicht nur Konsequenzen in der Produktion durch Vernetzung von Maschinen habe, sondern bis hin zur Mitarbeiterführung und -weiterbildung reiche. Man solle das Thema mutig und offensiv angehen, Ängste seien fehl am Platze: „Digitalisierung kann nur funktionieren, wenn die Gesellschaft sie akzeptiert und mitgestaltet."
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg Gast bei der Jahreshauptversammlung des ISTE in Konstanz. v. l.n.r.: Stefan Schmidt-Weiss (Regionalvorsitzender Baden-Württemberg Deutscher Asphaltverband e. V.), Peter Röhm (Präsident des ISTE), Dr. Erwin Kern (Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Transportbetonindustrie e. V.)und Thomas Beißwenger(Hauptgeschäftsführer des ISTE)

Mit Freude habe sie die Wiederwahl des ISTE-Präsidiums zur Kenntnis genommen, sagte die Ministerin. Im Dialog habe man zusammen bei Problemen immer gute Lösungen gefunden; das solle auch so bleiben: „Der ISTE ist gut aufgestellt!" Ausgesprochen erfreut quittierten die Unternehmer die Komplimente der Ministerin: „Sie sind uns ganz wichtige Partner!" Sie lobte besonders das Konzept des GeoKoffers, das unter der Federführung des ISTE entwickelt wurde.

Für die Stadt Konstanz begrüßte stellvertretend für den Oberbürgermeister Stadträtin Dr. Christiane Kreitmeier. Dem ISTE müsse sie nicht viel über ihre Stadt erklären, meinte sie, da dieser seit Jahrzehnten im Wechsel mit Baden-Baden jede zweite Hauptversammlung in die Stadt am See lege. Allerdings könnte die rasante städtische Entwicklung für den einen oder anderen eine neue Information gewesen sein. Rund 1000 Einwohner seien in der jüngsten Vergangenheit jährlich hinzugekommen. Und das bedeute Probleme bei der Flächennutzung. Angesichts solcher Herausforderungen setze man in der „Schwarmstadt Konstanz" unter anderem auf innovative Konzepte im Wohnungsbau.

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